From Russia with Love

Eine weitere Woche in unserem breitangelegtem Indoktrinationsprogramm der östlichen Welt ist vergangen.
Wir haben sie genutzt um unsere Bemühungen auf die nächstgelegene Stadt auszuweiten.
Die Infiltration verlief reibungslos, da die buddhistischen Reihen bereits von der ansässigen presbyterianischen Kirche unterminiert worden sind, die uns auch Unterschlupf gewährt hat.
Propagandaarbeit in der heranwachsenden Generation verlief außerordentlich erfolgreich, mit ungewöhnlich reichem Zustrom an jungen, beeinflussbaren Kindern.
Ich mag asiatische Kinder.
Sie widersprechen mir nicht annähernd so oft wie es ihre deutschen Artgenossen tun.
Was daran liegen könnte, dass sie kein Englisch sprechen.
Auch in anderen Bereichen erweist es sich zeitweilen als Vorteil, nicht mit den Einheimischen kommunizieren zu können.
Jedes Mal, wenn wir irgendwo einen Hausbesuch machen, sitze ich still da, lächele freundlich und überlasse den anderen die quälend harte Aufgabe, meine unzähligen Qualitäten anzupreisen.
Da fühle ich mich immer ein wenig an unsere niedlichen, fracktragenden Freunde erinnert.
Andererseits sinkt erfreulicherweise auch die absolute Anzahl an dummen Aussprüchen meinerseits. Leider bleibt die relative Rate gleich.
Rachel ist bereits an jenem Punkt angekommen, an dem sie den Großteil meiner dämlichen Witze einfach ignorieren kann, was ihrer mentalen Verfassung definitiv zuträglich ist.
Frustrierenderweise kann man in einem asiatischen Land auch keine auf westlicher Kultur basierenden Anspielungen machen.
Vorgestern habe ich ein Nummernschild gesehen, das MI6-077 lautete. Natürlich konnte ich so eine Gelegenheit nicht übergehen und bemerkte, was für ein großartiges Potential hier doch verschwendet worden sei.
Das ganze geht aber nicht auf, wenn den Menschen James Bond nicht bekannt ist.
Vor unserem externen Missionseinsatz hat Lydia, die Frau unseres Anleiters, eine geschlagene Dreiviertelstunde versucht mir Gesangsunterricht zu geben, bis sie frustriert aufgab. Beneidenswerte Resilienz.
Immerhin weiß ich jetzt, dass ich vom Stimmtyp Tenor singen müsste, aber scheinbar wie ein Bass singe, der seine Falsetto-Stimme nutzt, um in die Tonhöhe des Tenors zu kommen. Endlich lerne ich bei diesem Einsatz tiefgreifende Dinge über mich selbst.

 

Algernon: My dear Aunt Augusta, I mean he was found out! The doctors found out that Bunbury could not live, that is what I mean—so Bunbury died.

Lady Bracknell: He seems to have had great confidence in the opinion of his physicians. I am glad, however, that he made up his mind at the last to some definite course of action, and acted under proper medical advice.

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